Dank meiner starken Familie musste ich in meinem Leben bisher auf nichts verzichten. Sie nimmt mich zweimal im Jahr mit in die Ferien oder unterstützt mich bei Anschaffungen für mein Hobby. Ich bin gerne journalistisch tätig und habe zum Beispiel von meinen Eltern eine Mikrofonausrüstung geschenkt gekriegt. Wenn ich mir etwas anschaffen will, geht das nur über Geldgeschenke zum Geburtstag oder Weihnachten. Andere Gleichaltrige ohne Behinderung, die einen Lohn beziehen, können womöglich einfacher in ein Hobby investieren.
Ich erhalte eine IV-Rente, der Kanton finanziert einen Teil meiner Kosten in der Institution zeka, wo ich unter der Woche lebe und arbeite. Allerdings werden die finanziellen Ressourcen der Institution aufgrund der Sparmassnahmen des Kantons Aargau auch immer knapper. Den anderen Teil strecken wir vor und erhalten es über die Ergänzungsleistungen wieder zurück. Bei der Finanzierung meiner heilpädagogische Reitstunden, die ja nicht von der IV unterstützt werden, helfen Pro Infirmis und die Stiftung Cerebral. Ich lebe mit einer cerebralen Bewegungsbehinderung und bin auf den Rollstuhl angewiesen. Ich habe nur genug zum Leben solange mich meine Eltern unterstützen. Wie ich vielleicht einmal später klarkomme? Das gibt mir manchmal zu denken.
Michael Küng, 27jährig, lebt mit einer cerebralen Bewegungsbehinderung, ist unter der Woche in der Institution zeka in Baden zuhause, am Wochenende bei seinen Eltern; Mitglied der Vereinigung Cerebral Aargau.